Bewohner

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Dumbo

Kleiner Engel mit Flatterohren.

Als Dumbo zu uns kam, hat sie alles auf den Kopf gestellt. Sie war auch den anderen Ferkeln gegenüber überhaupt nicht nett und wir haben uns schon Sorgen gemacht, dass der Frieden in unserem Ferkelnest dauerhaft dahin ist. Doch nach ein paar Wochen hat sie ihr Verhalten und ihren Charakter komplett geändert. Sie wurde ein richtig liebes, nettes Schweinemädchen.

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Dumbo ist Pauls Lieblingsschwein. Bei einer Vorstellungsrunde im Englischunterricht zeigte er ein Bild von ihr und sagte: „My name is Paul, my favourite color is green, I love my pig Dumbo and I don’t like meat.“

Diese Liebe beruht auch auf Gegenseitigkeit. Sobald sie Paul in Richtung Hof gehen sieht, kommt sie aus der hintersten Ecke angeflitzt. Ihre riesigen Ohren wackeln wie bei Dumbo dem Elefanten – daher haben wir uns auch entschieden, sie nicht mehr Charlotte, sondern Dumbo zu nennen.

Wir glauben auch, dass Dumbo eine tolle Mama wäre. Denn wenn die kleinen Ferkel zu ihr kommen, legt sie sich auf die Seite und lässt sie an ihren Zitzen nuckeln, so als wenn sie sie säugen könnte. Luke, Piet und Gretchen finden das großartig und auch Dumbo grunzt fröhlich vor sich hin.

Dumbo
Curly

Curly

Unsere Kämpferin.

Curly kam zu uns als Notfall-Ferkel. Sie war viel kleiner und schwächer als ihre Geschwister aus dem Zuchtbetrieb und hätte ohne liebevolle Pflege nicht lange überlebt, da sie weder laufen noch stehen konnte. Entweder wäre sie verhungert oder von ihrer Mutter aus Versehen zerquetscht worden.

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Die ersten Tage, als es draußen fürchterlich kalt war, hat Martina sie wie ein Kängurubaby in eine Kuscheldecke eingeschlagen und die Zeit mit ihr neben dem warmen Kamin verbracht. Auch die Hunde haben sich um Curly gekümmert und sie unter anderem auf ihrem Bauch schlafen lassen.

Als Curly sich etwas berappelt hatte, kam eine Physiotherapeutin für Pferde und Hunde vorbei und hat ihr Akkupunkturnadeln im Rücken und an den Hinterläufen gesetzt, was sehr geholfen hat. Sie musste auch viele Tierarztbesuche und Spritzen (von Schmerzmitteln bis Antibiotika) über sich ergehen lassen und war in dieser Zeit ein sehr tapferes Ferkelchen.

Als es etwas wärmer wurde, ist sie das erste Mal draußen ganz vorsichtig über die Wiese gelaufen. Ihr Zustand wurde von Tag zu Tag besser, doch dann überkam sie eine fürchterliche Lungenentzündung und wir dachten schon, dass wir sie verlieren.

Doch auch damit ist die kleine Kämpferin fertig geworden und war später sogar Krankenschwester für Anton, der ebenfalls als Notfall zu uns kam. Er durfte sich zu ihr legen, ihre wohltuende Wärme spüren und mit ihr kuscheln. Mittlerweile flitzt unsere liebe Curly mit den anderen Ferkeln über den Lebenshof, als wäre nichts gewesen.

Anton

Ist fertig mit der Massentierhaltung.

Anton kam mit einem Abszess am Bein zum Lebenshof Ferkelnest. Er konnte es nicht belasten, weil seine Mutter im Kastenstand sich aus Versehen draufgestellt hat. Während der Fahrt war er ganz ruhig und hat geschlafen. Die ersten Nächte haben Curly und Anton zusammen verbracht, ganz eng aneinander gekuschelt.

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Dank vieler Tierarztbesuche geht es ihm mittlerweile super, auch wenn es nicht immer so gut um ihn stand. Anton hat uns auch wissen lassen, dass er fertig ist mit der Massentierhaltung. Scheinbar aus Trotz hat er seine Ohrmarke herausgerissen – schließlich ist er keine Nummer! Er hat nun ein etwas eingerissenes Schlappohr, das ihn aber sehr putzig aussehen lässt.

Anton
Sam

Sam

schlaues, kleines Ferkel

Sam kam als kleines, schwaches Ferkel von einer anderen Päppelstelle zu uns. Er hat ein blaues und ein braunes Auge. Wir glauben, er hat im Zuchtbetrieb beschlossen, nicht weiter zu wachsen, um der Mast zu entgehen und nun hat er vergessen, den Schalter wieder umzulegen. Noch immer gehört er zusammen mit Anton und Gretchen zu den kleinsten, obwohl er der älteste der Ferkel ist. Aber er ist auch der schlauste.

Piet

Raue Schale, weicher Kern.

Bei seiner Rettungsfahrt war Piet ganz wild in der Transportbox. Er hat laut gequietscht, gegrunzt, gescharrt und gewühlt. Der kleine Randalierer war unzufrieden und hat sich dementsprechend beschwert. Es ging so weit, dass wir Finn und Luke, die mit ihm bei uns ankamen, aus der Transportbox raus nehmen mussten, weil er auf ihnen rum geklettert ist.

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Es ging ihm nicht gut. Er sollte an einem Mittwoch um 9 Uhr im Zuchtbetrieb eingeschläfert werden. Drei Tage vorher konnten wir ihn retten. Sein hinteres Bein konnte Piet nicht benutzen – es war weich wie Spaghetti – und wir hatten schon Sorge, dass es gebrochen war. Doch zum Glück war es nicht so schlimm und gut zu behandeln.

Piet ist ein starker Charakter. Manchmal nennen wir ihn „Mecker-Piet“, weil er sich sofort beschwert, wenn er Hunger hat und wir ihm nicht schnell genug sein Essen servieren. Er ist mutig und forsch. Auf der anderen Seite liebt er aber seinen Luke und sucht ihn sofort, wenn er ihn nicht sieht. Zwischen die beiden passt kein Blatt Papier.

Piet hat sich echt gut entwickelt, ist ordentlich gewachsen und hat sehr viele Haare bekommen.

Piet
Clearwater

Mrs. Clearwater

Charakterstarke Dame.

Mrs. Clearwater kam zusammen mit Tante Matilda zu uns. Aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen mit Menschen ist sie nur sehr zögerlich aus dem Transporter gekommen. Sie wollte auch erst nicht essen und aufstehen, aber mit der Zeit hat sie Vertrauen zu uns Menschen geschlossen und nun genießt sie die Freiheit auf unserem Lebenshof.

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Obwohl sie jahrelang ohne weichen Boden und Tageslicht eingesperrt war, kamen ihre natürlichen Triebe wie wühlen und suhlen sehr schnell wieder durch. Besonders gerne reibt und kratzt sich Mrs. Clearwater an Bäumen.

Wir glauben, Mrs. Clearwater ist die Chefin auf dem Hof. Sie ist sehr charakterstark und gibt den frechen Ferkeln wie Anton auch mal ordentlich einen auf den Deckel, wenn sie sie zu viel nerven. Eine alte Dame braucht schließlich auch mal ihre Ruhe.

Tante Matilda

Eine liebevolle Mutter.

Tante Matilda ist eine Muttersau, das heißt, sie hat etwa fünf Jahre lang in einem konventionellen Zuchtbetrieb Ferkel für die Fleischproduktion geboren. Dafür wurde sie regelmäßig geschwängert und für Wochen in einem Kastenstand eingesperrt, in dem sie sich nicht einmal umdrehen konnte. Entsprechend schlecht war auch ihr Zustand, als wir sie aufgenommen haben: Kaum Muskeln, nur Fett und wunde Haut.

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Matilda ist sehr neugierig und liebt es, sich im Schlamm zu wühlen. Wenn der Matsch an ihr trocknet, ist sie nahtlos braun und sieht aus wie eine „Schokoladensau“. Mit den kleinen Ferkeln wie Gretchen oder Luke geht sie sehr liebevoll um. Sie dürfen bei ihr sogar aus der Futterschüssel naschen.

Nun darf sie in Frieden alt werden und das erste Mal in ihrem Leben richtig „Schwein sein“. Zusammen mit Mrs. Clearwater ist sie Botschafterin für alle anderen ausgebeuteten Zuchtsauen in der Fleischindustrie.

Matilda

Jeder Abschied fällt schwer

Gretchen

Das Nesthäkchen.

Gretchen ging es so schlecht, als sie zu uns kam, dass wir nur wenig Hoffnung für sie hatten. Wir dachten, sie würde die erste Nacht nicht überstehen und wussten nicht einmal genau, was sie hatte. Doch Gretchen war wieder mal ein hervorrangendes Beispiel dafür, was für Selbstheilungskräfte Ferkel haben, wenn sie Ruhe, Wärme und eine liebevolle Pflege bekommen.
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Gretchen ist immer noch nicht komplett gesund. Ab und zu hat sie ein dickes Bäuchlein und Hustenanfälle wenn sie frisst, weil das ein oder andere Organ in ihrem Körper nicht ganz so gut funktioniert. Doch davon lässt sie sich nicht beirren.

Auch wenn sie die Kleinste ist, läuft sie ganz tapfer bei den anderen mit. Wenn Gretchen Menschen sieht, freut sie sich total und läuft direkt auf sie zu, um gestreichelt zu werden. Als Nesthäkchen nimmt sie sich so einiges raus und steigt zum Beispiel auch ganz frech in den Fressnapf der Muttersauen. Aber da sie so süß ist, wird ihr das verziehen.

Nachtrag: Unser liebes Gretchen ist im Oktober 2021 ganz plötzlich über die Regenbogen-Brücke gegangen. Wir wussten, dass sie nicht gesund, aber eben auch nicht behandelbar war und haben sicherlich im Hinterkopf damit gerechnet. Sie war unser kleiner Sonnenschein und egal wie sehr man weiß, dass etwas nicht stimmt – es ist trotzdem immer zu früh und tut so weh.

Gretchen